Stand des Rechners: 10. Mai 2016
Zu diesem Zeitpunkt war der aktuellste Stand der BMF-Datensammlung:
Februar 2016, erschienen am 11. April 2016 (für das Jahr 2015)

Benutzerhinweise:
- Jahr auswählen und umzurechnenden Betrag eingeben.
- Bitte nur ganze Zahlen ohne Währung und ohne Trennpunkte.

Was würde mich das Produkt heute kosten?



 


Was ist das hier?

Früher war alles billiger? Stimmt das wirklich? Hier kannst Du es mit dem Onlinerechner überprüfen. Die Berechnung nutzt die Daten des Bundesministeriums für Finanzen. Die Jungs sollten am besten wissen, was der Otto Normalverbraucher verdient.

Warum das alles:
Dauernd stehen in Artikeln Angaben wie: "Der Golf I kostete 1980 10.000 DM, dies sind heute umgerechnet ca. 5.000 EUR." – da fällt jedem sofort auf, dass das Unsinn ist. Es gab nie einen neuen Golf zu so einem Kurs.

Die korrekte Frage wäre also: Ist ein Golf X heute teurer als damals ein Käfer, Golf I oder Golf II? Daten eingeben und staunen!

Das richtige Ergebnis wäre:
ca. 12.000 EUR (Stand 2014)

Klar, das klingt langweilig und passt nicht zum Schema: "Früher war alles besser und billiger!"


Wie funktioniert das?


Er setzt das Verhältnis des ehemaligen verfügbaren Einkommens und des ehemaligen Produktpreises auf das aktuelle verfügbare Einkommen und errechnet daraus den Preis, den das Produkt heute kosten würde.

Dieser Rechner benutzt als Grundlage die Datenbasis des Bundesministeriums für Finanzen für einen verheirateten (oder in einer Lebensgemeinschaft lebenden), alleinverdienenden Arbeitnehmer mit zwei Kindern. Ab 2005 werden die Daten eines Doppelverdienerhaushaltes mit zwei Kindern (2/3 zu 1/3, Steuerklasse III/V) zu Grunde gelegt. Diese sind für frühere Zeiträume nicht verfügbar.

Prinzipiell gilt: das verfügbares Jahresgehalt abzüglich Steuern, zuzüglich Zulagen wie Kindergeld, ist der Geldbetrag der dem Haushalt zur Verfügung steht. Dieser bildet hier die Berechnungsgrundlage.



Gibt es Diagramme dazu?

Schön, dass Du fragst, denn ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.
Hier gibt es die Diagramme zur Einkommensentwicklung, zur Einkommensveränderung und zur Kaufkraftäquivalenz.



Wie lautet die Formel?

Meine Formel für die Jahre vor 2002:
Heutiger Preis = (aktuelles Jahresgehalt/(damaliges Jahresgehalt/Preis))/Eurowechselkurs 2002
(Wechselkurs war: 1:1,95583)

...und die für nach 2002:
Heutiger Preis = aktuelles Jahresgehalt/(damaliges Jahresgehalt/Preis)


Wieso gibt es hier keine Teuerungsrate?

Die eigentliche Grundidee ist, dass die durchschnittliche Bevölkerung nicht "reicher" wird. Einige Publikationen gehen sogar davon aus, dass sich jüngere Generationen weniger leisten können als die Elterngeneration. Ich gehe also davon aus, dass die Inflation fortlaufend durch Gehaltserhöhungen mehr oder weniger ausgegelichen wird.



Wofür ist der Korrekturfaktor gut?

Das Verhältniss des Einzelverdienerhaushaltes zu einem Doppelverdienserhaushalt lag 2005, der erstmaligen Veröffentlichung dieser Daten, bei 1:1.598. Dieses Verhältnis stieg bis 20014 – im Schnitt um 0,01 Punkte – auf letztlich 1:628 (Stand 2016).

Leider benötige ich für die Datenbasis von vor 2005 diesen Korrekturfaktor. Dieser wird auch künftig jedes Jahr um 0,1 Punkte steigen, da alle äteren Daten vor 2005 mit 1:1,5945 (-0,1/Jahr) umgerechnet werden. Dies ändert nichts an den Daten an sich, die bleiben natürlich völlig unverändert, sondern hilft, nur sie auch weiterhin vergleichbar zu machen. Es zählt nur das Verhältnis der Einkommen zueinander.

Die Gegenprüfung fand mit den Daten für den Einverdienerhaushalt der letzten 55 Jahre statt. Die Abweichung von den echten Daten zu den durch den Korrekturfaktor errechneten liegt in den Endergebnissen der jeweiligen Jahre bei 100,- EUR/DM Ausgangswert bei maximal +/- 1,- EUR/DM. Der Korrekturfaktor hat also ca. 1% nicht-progressive Ungenauigkeit. Damit kann ich leben.

Die Gründe für die sich öffnende Schere zwischen den Einzel- und Doppelverdienerhaushalten liegen primär darin, dass der Einzelverdienerhaushalt nicht mehr die Lebenswirklichkeit in der Bundesrepublik wiederspiegelt. Diese Daten weiterhin zu verwenden, würde den Rechner am Ende unbrauchbar machen.



Ist das Ergebnis genau?

Dieser Rechner ist so genau, wie es die Daten des Bundesministeriums für Finanzen sind. Ich habe ihn nach besten Wissen und Gewissen erstellt und mir sehr viele Gedanken gemacht, welche Datenbasis vertrauenswürdig ist. Man darf aber nicht vergessen, dass sich viele Produkte (nicht nur Produktkategorien!) im Laufe der Zeit unterschiedlich entwickelt haben. Letztlich spielen auch viele volkswirtschaftliche Faktoren eine Rolle, so dass das Ergebnis natürlich nur eine grobe Näherung darstellen kann. Die eigentliche Grundidee ist, dass die durchschnittliche Bevölkerung nicht "reicher" wird. Einige Publikationen gehen sogar davon aus, dass sich jüngere Generationen weniger leisten können als die Elterngeneration.

Je weiter man in die Vergangenheit geht, um Einkommens- und Ausgabendaten mit denen von heute zu vergleichen, desto ungenauer wird die ganze Sache selbstverständlich.

Die Bundesbank hat die Problematik des Kaufkraftvergleiches historischer Währungen genauer ausgeführt.



Ist das aktuell?

Nicht ganz. Das BMF veröffentlicht die Daten meist Ende März, bzw. Anfang April des Folgejahres. Ich muss diese dann noch einpflegen.

Ausführlichere Informationen zur Datensammlung findet Ihr in meinem Artikel "Früher war alles billiger?".



Was ist mit der DDR-Mark?

Ich arbeite daran. Eine belastbare Datenbasis dafür zu finden ist nicht trivial. Die Mark der DDR war eine Binnenwährung.
Der offizielle Kurs in der DDR war 1:1.
Inoffiziell konnte man die Mark im Westen
1950 1:6,
1970 1:1,8,
1975 1:2,2
1980 1:2,5
1987 1:4
1988 1:4,4
1989 1:3
1990 1:1, 1:3 und letzlich 1:2
tauschen.

Auf der Strasse lagen die Kurse zwischen 1:5 und 1:20, je nachdem.
Das Problem war ja auch die Illegalität der Ausfuhr (und damit natprlich auch der Einfuhr!) der Mark aus der DDR.

Ich kann keine Preise von Produkten des täglichen Lebens als Anhalt oder auch nur für eine Verifizierung der spärlich vorhandenen Daten verwenden, denn die meisten Produkte hatten eine staatliche Preisbindung (Einzelhandelsverkaufspreis, aka EVP).

Im Netz kann ich nur Bruchstücke von Daten finden. Einige scheinen völlig an den Haaren herbeigezogen zu sein. Andere wurden offenbar aus dem offiziellen Inlandsprodukt der DDR genommen und einfach durch die Zahl der Erwerbstätigen geteilt. Dolle Show.

Die quellenlage ist ein Desaster, vieles scheint nicht digitalisiert worden zu sein. Ich werde Antiquariate für weitere Recherchen besuchen müssen.

"Pffffft!" – das war tatsächlich(!) das Geräusch der Mitarbeiter bei der Bundesbank, dem Statistischen Bundesamt und des Bundesamtes für Finanzen, als ich von denen Daten für die Jahre von 1960 bis 1989 aus der DDR haben wollte. Aber wir bleiben in Kontakt. :-)



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